Jahreshauptversammlung und Pflichthegeschau 2014
Die Jahreshauptversammlung und Pflichthegeschau 2014 des Hegerings fand am 15. März 2014 im Gasthof Merje, Kreuztal-Kredenbach, statt.
Im Rahmen der Veranstaltung informierte Tim Hellinger, Obmann für Naturschutz, über Vorkommen und Begegnungen mit der Wildkatze in der Region.

Die diffizile Unterscheidung zwischen Hauskatze und Wildkatze bedingt eine besondere Vorsicht beim Erkennen und Ansprechen. Anhand von zwei entsprechenden Präparaten wurde dies verdeutlicht. Zusätzlich wurden Flyer mit entsprechenden Unterscheidungsmerkmalen verteilt. Eine besondere Verantwortung kommt hier der Jägerschaft zu, denn die Wildkatze unterliegt als heimische Wildart auch der Hegeverpflichtung.
Neben dem berechtigten und strengen Artenschutz, dem die Wildkatze unterliegt, ist und bleibt die Bejagung wildernder Hauskatzen eine „Kann-Aufgabe“ im Rahmen des Jagdschutzes (nur die Jagdschutzbeauftragten dürfen Katzen erlegen!), und unter Umständen ein „Muss“ unter dem Aspekt des Natur- und Artenschutzes (Artenschutz für Vögel, Vermeidung von Auskreuzungen zwischen Hauskatze und Wildkatze).
Das von Seiten des Tierschutzes geforderte einfangen und anschließende kastrieren erscheint eher als unrealistisch, da sich verwilderte Katzen schwer fangen lassen. Insbesondere sollte jeder Jagdschutzbeauftragte sich selbst über die Notwendigkeit im Klaren sein und sich der Gewissensfrage stellen, ob er eine Katze erlegen möchte, denn gerade hiermit wird oft ein Familienglück zerstört.
Sollte man sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen haben verwilderte und wildernde Katzen zu erlegen, so sollte man bei wildfarbenden Katzen besondere Vorsicht walten und im Zweifel den Finger gerade lassen. Denn hier kann es zur Verwechslung mit der streng geschützten Wildkatze kommen. Mit dem Erlegen einer Wildkatze liegt neben einem Schonzeitvergehen auch eine Straftat nach Artenschutzrecht vor.
Da die Region der Wildkatze gute Lebensbedingungen bietet, ist überall mit ihr zu rechnen. Sichtungen, am besten mit Nachweisen wie Fotos, können dem Naturschutzobmann gemeldet werden. Im Hegering Bad Laasphe wird schon länger ein Monitoring von Wildkatzen durchgeführt.
Herrn Revierförster Martin Sorg danken wir an dieser Stelle für die Organisation der kleinen “Wildkatzenausstellung” mit der Bitte, Herrn Hartmut Gerlach (Präparator) einen Dank auszudrücken für die freundliche Bereitstellung der Präparate.
In den einzelnen Revieren werden sicherlich viele Naturschutz- und Hegemaßnahmen durchgeführt, die nicht bekannt sind und über die nicht berichtet werden kann. Es könnte aber sicherlich noch mehr getan werden. Neben fachlichem Rat durch Naturschutzobmann und Revierförster stehen auch noch zweckgebundene Mittel des Hegerings zur Verfügung.
Die Wilhelm Münker Stiftung aus Hilchenbach stellt in diesem Frühjahr, über die Biologische Station Siegen-Wittgenstein, Wildapfelbäume zur Verfügung. Hierfür werden Patenschaften in den Revieren gesucht. Bei Interesse bitte bei Martin Sorg oder Tim Hellinger melden.

Die Hegemedaille wurde Wilfried Berger und Alfred Rabe (beide Revier Kredenbach) von Tim Hellinger überreicht.
Im Revier Kredenbach ist die Kommunikation zwischen Waldgenossenschaft, Forst und Jägern so gut, dass bei waldbaulichen Maßnahmen auch auf Belange der Jagd eingegangen wird: Grünstreifen, Wildwiesen und -äcker wurden zur Lebensraumverbesserung, Beobachtung und Bejagung angelegt.
Diese Wildäsungsflächen tragen nicht nur zu einer Verminderung der Verbissbelastung bei, sondern auch zur Verschönerung und Belebung des Landschaftsbildes. Viele andere Tierarten – auch solche, die nicht dem Jagdrecht unterliegen – profitieren von solchen Flächen: inzwischen stehen mehrere Bienenvölker an den angelegten Wildwiesen.
Unter der Anleitung von Lehrern, Jägern, Förstern und Waldgenossen fanden in den letzten Jahren verschiedene pädagogische Maßnahmen statt. Schulkinder der Grundschule Müsen konnten an den Wildäckern und -wiesen Obstbäume pflanzen: Wildapfel, Wildkirsche und Kastanie werten nun zusätzlich den Lebensraum Wald auf.
Unser Dank gilt allen fleißigen Helfern, die mit dem Transport und Aufbau der Stellwände, dem Aufhängen und der Bewertung der Trophäen und vielem anderen mehr zur Durchführung der Veranstaltung beigetragen haben.
(Fotos: U. Hinz)
